Projekt Peer-Mediation
SchülerInnen  als StreitschlichterInnen in Amstetten ...
Ein Ausbildungsweg mit einem Rucksack voll Ideen
Unter der fachlichen Leitung von Mag. (FH) Marion Schwab bildete das Institut ko.m.m mit dem Trainerinnenteam: Mag. Elisabeth Birklhuber, DI Birgitta Loucky-Reisner und Helga Scholler im Zeitraum von Oktober bis Dezember 2009 im Auftrag der Beratungsstelle Fair - Amstetten je eine Gruppe VolksschülerInnen und HauptschülerInnen zu StreitschlichterInnen aus.
Dem Institut ko.m.m standen dazu jeweils 20 Unterrichtseinheiten für jede Gruppe zur Verfügung. In Blöcken von vier bis fünf Einheiten wurde mit den SchülerInnen in ihrer Freizeit gearbeitet.
Das Interesse der Kinder und Jugendlichen war groß, sie meldeten sich freiwillig und mussten teilweise ausgewählt werden, da sich zu viele für diese Aufgabe meldeten.
14 VolksschülerInnen im Alter von 9-10 Jahren und 20 Hauptschüler im Alter von 11-15 Jahren waren letztendlich mit viel Begeisterung dabei. An vier Wochenenden setzten sich die angehenden StreitschlichterInnen mit den unterschiedlichsten Themen auseinander – alles Notwendigkeiten um zukünftig MitschülerInnen beim Lösungen finden für ihre Konflikte zu unterstützen.
Die Volksschulkinder lernten Konrad kennen. ßEr hatte einen großen Rucksack in den er bei jedem Modul neues Streitschlichter-Wissen ein- und auspackte. Die HauptschülerInnen beschritten  gemeinsam einen Ausbildungsweg, auf dem sie Schritt für Schritt Neues zum Thema Streitschlichtung erfahren konnten.
Wichtig war, dass sich die TeilnehmerInnen auch als Gruppe kennen lernten, um diese für ihre spätere Arbeit als Ressource zu haben. Die Ausbildung war ausgerichtet auf drei Schwerpunkte:
Persönlichkeitsbildung – theoretisches Wissen – praktisches Üben.
Persönlichkeitsbildende Inhalte waren u.a. die Förderung der emotionalen Kompetenz, im Sinne von: eigene Gefühle erkennen und benennen und Gefühle von anderen wahrnehmen und benennen; sich ein gewisses Repertoire von Strategien anzueignen, wie mit eigener Wut umgegangen werden kann, aber auch wie spätere „KlientInnen“ dabei unterstützt werden können. Die Haltung der Allparteilichkeit einzunehmen ist eine emotionale und soziale Leistung, selbst für erwachsene MediatorInnen. Um diese einzuüben wurden persönliche, kulturelle und gesellschaftliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede, spielerisch aufgezeigt, wahrgenommen und reflektiert.
Gesprächstechniken, wie aktives Zuhören, Ich-Botschaften senden oder lösungsorientiertes Fragen wurden in Rollenspielen geübt. Die Einführung in die Mediation, ihre Phasen, ihr Ablauf und die Regeln, sowie ein Basiswissen über Konflikte wurde geboten.
Theoretisches Wissen vermittelt zu bekommen, war den Kindern sehr vertraut, da wurde auch vieles gut gemerkt, die Herausforderung war es dann, die Theorie in die Praxis umzusetzen. Vor allem die Volksschulkinder hatten damit ihre liebe Not, der sie tapfer standhielten. Bei allem kamen der Spaß und die Freude am gemeinsamen Miteinander nie zu kurz und  auch  für das leibliche Wohl wurde von der Gastgeberin FAIR  liebevoll gesorgt.
Dass die Kinder und Jugendlichen in Zukunft behutsam mit ihren eigenen Grenzen umgehen können, und sich nicht in ihrer Euphorie, möglichst alle Konflikte zu lösen, oder  womöglich gar zu verhindern, selbst überforderten, war ebenfalls Teil des Programms.
In diesem Sinne wurden die Möglichkeiten und Grenzen der Kinder und auch der Methode  in der Abschlussveranstaltung auch an die vielen interessierten PädagogInnen weitergegeben. Die Freiwilligkeit muss immer gewahrt bleiben. Streitschlichtung kann nur empfohlen, nicht befohlen werden.
Ein spannendes Projekt, bei dem neben den Kindern und Jugendlichen auch die Trainerinnen viel lernen durften.