Mediative Pädagogik
... ist eine Methode sensibel zu machen, für unsere Wünsche, Ziele, Bedürfnisse (Innenwahrnehmung) und für die Wünsche, Zielle, Bedürfnisse von anderen (Außenwahrnehmung)
... hilft immer öfter Konflikte im Gespräch durch Verhandlung zu lösen
... lehrt, gemeinsam Gewinner-Gewinner Lösungen zu finden
Es gibt drei Methoden Konflikte auszutragen
Durch Einsatz von Macht: Der Stärkere bestimmt!
Vorteil:Der Konflikt ist schnell beendet
In Gefahrensituationen effizient
Man erkennt die eigenen Grenzen
Nachteil:Das Gefühl, nicht beachtet zu werden, kann der persönlichen Entwicklung und dem Selbstwertgefühl schaden und neue Konflikte durch diese Unzufriedenheit erzeugen
Durch erstellte Regeln: Recht ist, was vereinbart wurde!
Vorteil:Schafft Orientierung und Vertrauen
Nachteil:Im Einzelfall zu starr und unpersönlich
Durch Verhandlung/Vermittlung: Wir finden eine gemeinsame Lösung!
Vorteil:Lösungen sind von Dauer, da selbst erarbeitet; steigert das Selbstwertgefühl, die Zufriedenheit und verbessert die Beziehungsqualität
Nachteil:Zeitintensiver
Konflikte werden durch Einsatz von Macht und Regeln beendet.
Nur durch Verhandlung, bei Bedarf mit Vermittler, können wir Konflikte zufriedenstellend lösen.
Wenn wir wollen, dass unsere Kinder fair miteinander umgehen, müssen sie in einem Umfeld aufwachsen, in dem es Erwachsenen gelingt Konflikte gemeinsam zu lösen!
 
 
"Konflikte sind zum Lösen da"
Das Schnupperprogramm zur mediativen Pädagogik und Gewaltprävention
Das Ziel ist, den Kindern Gewinner-Gewinner Lösungen bei Konflikten zu zeigen und dabei auch ihr eigenes Konfliktverhalten zu reflektieren. Die Werkzeuge dazu werden mit den Kindern in sechs Stunden erarbeitet. Dabei ist einer unserer Schwerpunkte den Gefühlen gewidmet.
Wir sprechen auch über die Wut und zeigen Wege auf mit ihr umzugehen, ohne zu verletzen. Aber eigentlich zeigen es sich die Kinder gegenseitig. Bei der Übung "Was mach ich, wenn ich wütend bin?" erzählen sie, welche Methoden sie verwenden, um ihre Wut loszuwerden.
Spielerisch erarbeiten die Kinder Gesprächsregeln und üben in Gruppenarbeiten
die wichtigen Schritte des Verhandelns:
Erzählen, was ist - sagen, was ich will und brauche - Lösungsvorschläge sammeln - und sich einigen.
Damit sind die grundlegenden Voraussetzungen für eine Gewinner-Gewinner Lösung geschaffen.
Am Anfang wird das nicht immer alleine gelingen und die Kinder werden die Unterstützung vom Lehrpersonal brauchen, aber das Bemühen und Wollen ist ein erster und wichtiger Schritt. Die Lehrer und Lehrerinnen sind bei dem Projekt anwesend und bekommen Unterlagen zum Weiterarbeiten.
Die Zusammenarbeit mit den LehrerInnen und Eltern der Klasse ist ein wichtiger Teil des Schnupperprogrammes und für eine nachhaltige Wirkung ausschlaggebend.
Die Kinder sind immer mit Feuereifer bei der Sache.
Die Reaktionen der Eltern sind äußerst positiv, wie auch die der Lehrer und Lehrerinnen.
Umfang des Schnupperprogramms:
  • Sechs Einheiten zu je 50 Minuten, innerhalb von zehn Tagen
  • (Beg)Leitung durch Trainer/Trainerinnen
  • Erarbeitung der Elemente der Gewinner-Gewinner Lösung in spielerischer/altersgerechter Form
  • Vorbesprechung mit dem/der KlassenlehrerIn
  • schriftliche Elterninformation
  • Auf Wunsch: Abhaltung eines Elternabends
  • Bei einer Evaluierung durch das Ludwig Bolzmann Institut im Jahr 2002 wurde der Erfolg des Schnupperprogramms durch Lehrer und Lehrerinnen nachgewiesen. Im Rahmen einer weiteren Studie durch die Fachhochschule für Sozialarbeit in St. Pölten im Frühjahr 2004 wurde dieser Erfolg erneut bestätigt.
    Das Projekt zur mediativen Pädagogik und Gewaltprävention "Konflikte sind zum Lösen da" wurde bereits an über 250 Volksschulen seit November 2001 durchgeführt. In diesem Zeitraum konnten rund 6700 Schüler und Schülerinnen konstruktive Konfliktlösungsstrategien lernen.